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Neuigkeiten aus den Verbundprojekten

Sie möchten mehr zu den aktuellen Ergebnissen der DigiTier-Verbundprojekte erfahren? Dann sind Sie hier genau richtig.


 

IQexpert beim BLE-Fachtag in Bonn

Der erste BLE-Fachtag am 31. Mai 2023 stand ganz im Zeichen des Schwerpunktthemas "Umbau der Tierhaltung". Die BLE informierte über das Programm und vernetzte dessen Themen mit den weiteren bei der BLE verorteten Programmen und Projekten.


Auch das DigiTier-Verbundprojekt IQexpert konnte sein auf künstlicher Intelligenz basierendes Expertensystem für das strategische Eutergesundheitsmanagement (XTE) von Milchkühen präsentieren.


Verschiedene Themenpavillons gaben Einblicke in die Arbeit der verschiedenen Fachbereiche und vielfältigen Aufgabengebiete der BLE: von Weidetieren und Wolf, Ernährung und Ernährungsvorsorge bis zu Fischerei und Qualitätskontrolle sorgten verschiedene Mitmach-Aktionen, Kurzführungen in das BLE-eigene Sensoriklabor sowie anschauliche Praxisbeispiele für ein abwechslungsreiches Programm.


Weitere Informationen finden Sie in dem Bericht der BLE.

 

Projekt MonitorShrimp erfolgreich beendet

Stellen Sie sich vor, Sie halten Rinder oder Schweine und wissen nicht, wie viele Tiere (beispielsweise Kühe oder Schweine) Sie im Stall haben“. Mit diesen Worten eröffnete der Projektleiter des Verbundprojektes MonitorShrimp, Dr. Stephan Ende vom Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, damals seinen Vortrag auf der Eröffnungsveranstaltung zur Vernetzungs- und Transfermaßnahme DigiTier im September 2021. Was für die Landwirtschaft einfach erscheint, war für die moderne Fisch- oder Garnelenzucht noch eine Herausforderung.



Seit damals hat sich jedoch einiges getan und die Forscherinnen und Forscher aus dem Konsortium des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), Oceanloop und Sander Holding entwickelten in den vergangenen beiden Jahren ein Computer-Vision-basiertes System, das eine Zählung und Längenmessung von Garnelen mit einer Genauigkeit von bis zu 95 Prozent ermöglicht und das zur frühzeitigen Erkennung von Wachstum, Menge, Mortalität und Stress der kleinen Nutztiere dient. Diese Ergebnisse wurden unter Echtzeit-Farmbedingungen, das heißt mit hoher Besatzdichte und unter verschwommenen Lichtverhältnissen, erzielt. Das System bietet den Aquakulturbetrieben ein besseres Verständnis über die Leistung ihrer Nutztiere, aber auch über deren artgerechte Haltung. Die neue Technologie wurde für die Bedürfnisse europäischer Garnelenfarmen an Land entwickelt, die sich zunehmend auf mehr Nachhaltigkeit und Tierschutz konzentrieren.


Der erste Prototyp wurde in der Forschungs- und Entwicklungsfarm von Oceanloop 2022 in Kiel installiert. Ein modernes Smartphone, das oberhalb des Wasserspiegels montiert wurde, hat jede Minute Bilder der Garnelen aufgenommen und Live-Daten an einen lokalen Server gesendet. Die auf Computer-Vision basierenden Algorithmen zählten die Garnelen bei jedem Bild und maßen die Länge einzelner Tiere. Diese Informationen sollen der Fischzucht-software AquaManager® zur Verfügung gestellt werden, um anhand von Live-Daten Wachstums- und Fütterungsmodelle zu optimieren.

Darüber hinaus konnte das System Stresssymptome bei Garnelen visuell erkennen, was als Frühwarnsystem aber auch zur Validierung des Besatzdichtemodells eingesetzt wird und somit zu einer Verbesserung der Überlebensrate, des Wachstums und der Futterverwertung führt. Das frühzeitige Erkennen von Warnsignalen, wie Stress, kann dazu beitragen die vergleichsweise hohe Sterblichkeitsrate (bis zu 50%) in der Garnelenzucht zu reduzieren.


Dem Konsortium zufolge ist die Entwicklung dieser Technologie ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur großflächigen Garnelenzucht. Oceanloop will seine Zuchtkapazitäten in Europa bis 2027 deutlich erweitern, indem es die nachhaltigste und größte landbasierte Garnelenfarm der Welt mit einem Zuchtvolumen von über 2.000 Tonnen pro Jahr bauen will. Ziel des Konsortiums ist es auch, die Zusammenarbeit mit anderen Interessengruppen auszuweiten, um die Digitalisierung der Garnelenzucht weiter voranzutreiben. Die Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft ermöglicht zahlreiche entscheidende Innovationen für eine nachhaltige und artgerechte Garnelenzucht.




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